Lokstedt ist da, wo die „Tagesschau“ und viele Sendungen mehr herkommen, denn seit 1953 ist das NDR Fernsehen am Gazellenkamp zu Hause. Neben einigen weiteren Firmen dominiert das Wohnen im verkehrsmäßig gut erschlossenen Stadtteil.
Im Jahre 1344 wurde „Locstedte“ das erste mal urkundlich erwähnt. Lokstedt stand unter der Herrschaft der Schauenburger. Nach deren Aussterben 1640 nahm der dänische König Christian IV. die Herrschaft Pinneberg in Besitz. Die 1785-88 vorgenommene Verkoppelung ordnete die Verteilung der Äcker, Wiesen, Weiden und Wälder auf die Bauern neu. 1841 gab es in Lokstedt neun Vollhöfe, zwei Drittel-, einen Viertel- und 17 Zwölfenhufner. Der älteste Hof war der „Kollauer Hof“, nördlich der Kollau im heutigen Niendorf gelegen er wurde von 1184 bis 1921 bewirtschaftet. Ab 1593 war der Kollauerhof zeitweise Sitz der Pulvermühle, die 1660 durch eine Staubexplosion in die Luft flog.
Mit 65 Glühlampen erhielt 1891 das seit 1867 preußische Lokstedt als erstes Dorf in Deutschland elektrische Straßenbeleuchtung. Ab 1848 lag das Amt des Gemeindevorstehers (Vogt) bei Angehörigen der Familien Wells, Behrmann, Langeloh, Münster und Pann (erster Lokstedter Wehrführer). Am 13. August 1885 gründeten 42 Lokstedter Bürger die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt. Im Jahre 1900 wurde mit Emil Andresen der erste hauptamtliche Gemeindechef berufen. Zu dieser Zeit wandelte sich Lokstedt zum Villenvorort.




Das historische und aktuelle Wahrzeichen Lokstedts ist der 1910/11 in neogotischen Formen errichteter Wasserturm an der Buchenallee. Er war es auch schon, als das von seinem Steueraufkommen her reiche und mit einer guten Infrastruktur versehene Lokstedt die Begehrlichkeit des gleichfalls preußischen Altona weckte. Seit 1924 bemühte sich der damalige Altonaer Oberbürgermeister Max Brauer(SPD) darum, Lokstedt in ein Groß-Altona einzubeziehen. Um dieses zu verhindern erfolgte 1927 der Zusammenschluss mit Niendorf und Schnelsen zur Großgemeinde Lokstedt mit gemeinsamen Verwaltungssitz in der Sottorfallee 7. Dort blieb die Verwaltung auch als Ortsamt, nachdem die Großgemeinde 1937/38 in Hamburg eingegliedert worden war. Erst 1966 zog das Ortsamt nach Niendorf um, behielt aber den Namen Lokstedt.




Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Lokstedt heute gut bedient. Seit 1966 fährt die U-Bahn bie „Hagenbecks Tierpark“, seit 1985 über „Hagendeel“ bis Niendorf. Lokstedt ist durch zwei stark frequentierte Straßenzüge zerschnitten. In den 60er und 70er Jahren erfolgte der Ausbau der Straßenzüge Lokstedter Steindamm, Siemersplatz, Kollaustraße(B447) sowie Osterfeldstraße, Vogt-Wells-Straße, Julius-Vosseler Straße. Der Siemersplatz, der 1977 sein heutiges Gesicht erhalten hat, ist nach wie vor ein Nadelöhr.
Lokstedt grenzt im Norden an Niendorf, im Westen an Groß Borstel / Eppendorf, im Süden an Hoheluft und im Westen an Stellingen.
1344 | Lokstedt erstmals urkundlich erwähnt.
1640 | Beginn der dänischen Herrschaft.
1885 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
Lokstedt.
1867 | Lokstedt wird preußisch.
1927 | Bildung der Großgemeinde Lokstedt.
1937/38 | Lokstedt wird Hamburger Stadtteil.
1939 | Güterumgehungsbahn wird Grenze
zu Niendorf.
1953 | NDR-Fernsehen in Lokstedt
1985 | 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lokstedt.
1985 | Lokstedt wird mit der U2 Station „Hagendeel“
an das U-Bahn-Netz angeschlossen.
Fläche: 4,858 Quadratkilometer
Einwohner: 24.349
Wohngebäude: 2.905